Gerhards Matchbericht// Wiener Sportclub – SC Wiener Viktoria

Ein Viktorianer on Tour

Wiener Sportclub – SC Wiener Viktoria

RLO-Saison 2023/24, 8. Runde, 15.09.2023

Ein fast perfekter Tag

Was war das für eine fantastische Stimmung! Ein fußballerischer Leckerbissen für alle, die dabei waren. Es war pure Freude am Fußball, die uns am vergangenen Freitag zu Teil wurde. Ein Ereignis, dass alle Teilnehmer und Zuseher zufrieden nach Hause gehen ließ. Ein nachhaltiges Zeichen für Harmonie, Respekt und Menschlichkeit. Eine Veranstaltung die österreichweit wohl einzigartig ist. Ein geselliges und friedliches Zusammenkommen Aller. Wir hatten die Ehre, an diesem Freitag den Fairness Cup von Jugend am Werk auf unserem Viktoriaplatz durch zu führen.

Hunderte Menschen zelebrierten gemeinsam ein Fußballfest vom Feinsten. Der Fairness Cup gibt Menschen mit Beeinträchtigung die Möglichkeit, mit Ihren Familien, mit Ihren Freunden, mit einfach Allen die dabei sein wollen, Fußball zu spielen, Freude zu haben und zu feiern. Jugend am Werk beeindruckte mit perfekter Organisation des Turniers, und unserem Service Team vom Viktoriaplatz gelang es mit größtmöglichem Einsatz alle Teilnehmer und Zuseher kulinarisch perfekt zu verwöhnen.

24 Teams fighteten in drei Leistungsgruppen um den Turniersieg. Wir wurden mit tollen Spielen verwöhnt, sahen ausgezeichneten Fußball und vor allem bei jedem Einzelnen die Freude am Dabeisein. Wie wichtig dieser „Special“ Fußball auch für die Wiener Viktoria ist und wie gezielt er im Verein unterstützt wird, zeigte sich am Turniersieg der SC Wiener Viktoria Specials in der Leistungsgruppe C. Unsere Spieler wurden während ihrer Spiele bestmöglich unterstützt und bei der Siegerehrung von vielen anwesenden Viktorianern lauthals gefeiert. Ich gratuliere unserem Team von ganzen Herzen zu diesem grandiosen Sieg!

 

Nach dem großartigen Fairness Cup ging es am späten Nachmittag mit dem Mannschaftsbus zum Meisterschaftsspiel unserer Viktorianer gegen den Wiener Sportclub. Gut gelaunt und mit breiter Brust – die tollen Ergebnisse der letzten Runden zeigten ihre Wirkung – ging es langsam aber sicher durch die dichten Staus des Großstadtverkehrs nach Hernals. Auf den legendären Sportplatz an der Alszeile, mit der tollen Kulisse der Friedhofstribüne. Ein Wiener Derby, das schön langsam Tradition bekommt. Es wartete ein heißer Kampf auf unsere Jungs. Der Gegner verabschiedete seinen Trainer, der zu höheren Aufgaben berufen wurde. Und diesem wollten sie sicherlich zum Abschied einen Sieg schenken. Da wir zwar sehr sozial sind, aber nicht bei solchen Themen, wird unsere Mannschaft alles daransetzen, dieses Vorhaben zu verhindern zu wissen. Es war also alles für ein wahres Spitzenspiel der Regionalliga Ost angerichtet. Und annähernd 2200 Zuschauer wurden nicht enttäuscht.

Keine der beiden Mannschaften ließ einen Zweifel über ihr Ziel aufkommen. Jeder der beiden Kampfhähne wollte drei Punkte einfahren. Nicht durch abwarten und taktieren. Ganz im Gegenteil: es war von der ersten Sekunde ein Offensivspektakel vom Feinsten. Das Tempo war enorm. Ich kann mich nicht erinnern in den letzten Jahren ein derart schnelles und kampfbetontes Ostliga Spiel gesehen zu haben. Und auch die dargebotene Technik litt nicht unter der hohen Intensität des Spiels.

Die beiden ersten großen Torchancen hatten unsere Viktorianer. Beide von der linken Seite aus Freistößen. Beide Male versuchte sich unsere ukrainische Nummer Zehn, der in diesem Spiel im Gegensatz zu den letzten Spielen, vom Anfang an dabei war. Jeder der Schüsse eine Augenweide, scharf und präzise geschossen. Jedoch verhinderten zwei unglaubliche Paraden des Sportclub Schlussmannes, der mit Können und großer Mühe die schnelle Führung unserer Burschen verhinderte. Das wäre ein traumhafter Beginn gewesen.

Mit Wehmut musste ich jedoch feststellen, dass die zwei Aktionen unseres Zehners die einzigen in seiner sechzig minütigen Einsatzzeit waren. Kaum mehr zu sehen, langsam und demotiviert. Fernab seiner großartigen Fähigkeiten, immer bestrebt mit seinen Kollegen zu diskutieren an Stelle zu kämpfen. Da sollte sich bald etwas ändern. In dieser Verfassung sticht er stark aus dem übrigen Kollektiv heraus. Nur leider negativ.

Das Spiel wogte hin und her. Gute, gelungene Aktionen auf beiden Seiten, das Tempo verlor nichts an Schnelligkeit. Ein Klassespiel. Es fehlten nur die Großchancen vor dem Tor. So ging es mit einem torlosen 0-0 in die Kabinen.

Zumindest nach meinen Erinnerungen. Nach dem offiziellen Spielbericht, veröffentlicht auf den Internetseiten des WFV und des ÖFB, sowie den Angaben in manch Onlineplattformen und Printmedien, führte unsere Wiener Viktoria seit der 24. Minute mit 1-0. Zweifel an meiner Zurechnungsfähigkeit überkamen mich. Auch kann es nicht auf überhöhten Alkoholkonsum zurückzuführen sein. Das ist am Sportclubplatz nicht möglich. Bei den durchschnittlichen 31,5 Minuten Anstellzeit an den Sportclub Kantinen, war das am Ende der ersten Spielhälfte ein Ding der Unmöglichkeit. Also bleibe ich in diesem Bericht beinhart bei meinen Erinnerungen und behaupte stur, der Schiedsrichter hat zwar mit der Minute vollkommen recht, hat sich jedoch in den Halbzeiten ein wenig geirrt. Wie heißt es: irren ist schiedsrichterlich!

Kurz nach Wiederbeginn hatten die Viktorianer eine Riesenchance zum tatsächlichen 1-0. Rascher Konter, guter Abschluss, der Ball streicht jedoch leider um Handbreite über die Querlatte. Wieder gleich zu Beginn eine Chance in Führung zu gehen. Aber knapp vorbei ist eben auch daneben. Nun übernahm der Sportclub mit einem wahrhaften Offensivspektakel das Kommando. Unsere Burschen waren zur Gänze mit dem Verteidigen beschäftigt. Kaum noch Aktionen nach vorne. Aber dafür drei unsagbare Glanztaten unseres Torhüters. Die erhielten uns am Leben. Bis zu der ominösen 24. Minute, jedoch derjenigen in der zweiten Hälfte.

Leichter Ballverlust des Sportclubs, schneller, präziser Konter, Traumpass in Richtung Strafraum und ein super „Lupfer“ über den zu weit vor dem Tor stehenden Goalie. 1-0 für die Wiener Viktoria. Unfassbarer Jubel im Meidlinger Anhang. „Oh, wie ist das schön“, hallte es durch Dornbach. Der Sieg zum Greifen nahe. Nach dem tollen Turnier am Vormittag mit dem Sieg unserer Specials und drei Punkte beim WSC. Das wäre ein perfekter Tag für Meidling, für die Wiener Viktoria.

Der Sportclub war geschockt. Der Druck ließ nach. Man merkte die Unsicherheit bei den Hausherren. Unser Team hielt wieder gut mit, und zwei Minuten vor Schluss der Matchball für unsere Mannen. Präziser Pass auf unseren Schobi und der zieht alleine auf das gegnerische Tor. Eine tausendprozentige Chance. Die MUSS man verwerten. Er konnte sich die Ecke aussuchen ….
Im Gegenstoß fiel der Ausgleich für den Sportclub. Das darf doch nicht wahr sein! Das war mehr als glücklich für den Gastgeber.

Am Ende ein in Summe gesehen gerechtes Ergebnis, wäre da nicht noch die 92. Minute gewesen. Schneller Angriff der Meidlinger über links, wunderbare Flanke in den Strafraum und da steht ganz alleine unser Knasi am Fünfer, braucht nur noch den Fuß hinhalten. Um Haaresbreite geht der Ball an der rechten Stange am Tor vorbei.
Ich war zum Jubel bereits bis knapp unter das nicht mehr vorhandene Tribünendach gesprungen. Die Rückkehr in die Realität war vernichtend. Jetzt konnte man wirklich auch von Pech und verlorenen Punkten sprechen. Aber so ist eben Fußball.

Was jedoch bleibt, ist die Erinnerung an ein Wahnsinns Fußballspiel, eine hochklassige und bis zur letzten Sekunde aufopfernd kämpfende Wiener Viktoria, ein ebenbürtiger Gegner, der einen das Leben nicht leicht machte. Es war ein Fight zweier Teams die um den Aufstieg in die Bundesliga ein gehöriges Wort mitreden werden. Einfach gesagt, es war ein fast perfekter Tag.

Wir sehen uns am Samstag um 16.00 Uhr am Viktoriaplatz zum nächsten Heimspiel gegen Mauerwerk, mit einer 100%igen Sieggarantie meinerseits, und einem knusprigen Spanferkel anderseits!

Bis bald, Gerhard

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