Gerhards Matchbericht// SV Leobendorf – SC Wiener Viktoria

Ein Viktorianer on Tour

SV Leobendorf – SC Wiener Viktoria

RLO-Saison 2023/24, 6.Runde, 01.09.2023

 

Crusaders

Die sechste Runde der laufenden Saison führte uns an einem sonnigen und heißen Sommertag ins Weinviertel, zur seit Anfang des zwölften Jahrhunderts imposant über dem Donautal thronenden Burg Kreuzenstein, nach Leobendorf. Eine mehr als schwere Aufgabe wartete auf unsere Viktorianer. Immerhin hatten die Niederösterreicher einen starken Saisonstart erwischt, und führten die Tabelle der Regionalliga Ost an. Dem zugegen stand die schon verflixte Auswärtsbilanz unseres Teams, das den letzten vollen Erfolg in der Fremde Ende Mai 2022 in Traiskirchen feierte.

Also ein Duell David gegen Goliath. Zumindest sah es am Papier so aus. Auch die bisherigen Spiele am Fuße der Burg liefen für uns noch nie erfolgreich. Vereinzelte Punktegewinne waren das Maximum. Und doch traten mein lieber Sohn Marcus und ich sehr optimistisch die lange Reise mit der S-Bahn quer durch Wien und noch ein Stück weiter an. Nicht einmal der sehr steile Anstieg zum Stadion brachte uns zur Verzweiflung und so erreichten wir, schweißgebadet und unterhopft, jedoch voller Vorfreude auf das Spiel, unser Ziel.

Beim Aufwärmen war die positive Stimmung unserer Mannschaft nach der tollen Leistung in der Vorwoche förmlich zu spüren und schwappte auf die sehr zahlreich mitgereisten Meidlinger Fans über. Alle waren bereit: wir wollten dieses Spiel gewinnen, wir wollten den Leader stürzen, wir wollten unsere Auswärtsmisere beenden, wir wollten drei Punkte mit nach Hause nehmen. Die Meidlinger Kreuzritter wollten die Mannen der Burg Kreuzenstein zu Fall bringen.

Die Gastgeber starteten vorsichtig in das Spiel. Sehr auf Sicherheit bedacht, sehr defensiv. Das war der Tabellenführer? Wo war hier das Selbstvertrauen? Ganz im Gegensatz, unsere Burschen. Kampfbetont, konzentriert und lauffreudig. Eine komplett konträre Mannschaft, als in den letzten Auswärtsbegegnungen. Und doch setzte sich die Papierform durch. Die Burgherren gingen durch einen grandios ins Kreuzeck gezirkelten Freistoß, entgegen des Spielverlaufs, nach einer viertel Stunde in Führung. Keine Vorwürfe, perfekt geschossen, für mich unhaltbar.

Leider wieder ein Rückstand. Aber es änderte sich nichts am Spielverlauf. Die Hausherren weiter passiv und destruktiv, nur auf Konter bedacht. Und unsere Burschen – das war der erfreuliche Unterschied zu anderen Spielen – zeigten keine Auflösungserscheinungen, blieben konzentriert und kämpften weiter. Trotzdem hatten die Leobendorfer die nächsten beiden Großchancen aus schnellen Kontern. Bei der Ersten konnte sich unser Schlussmann auszeichnen, bei der Zweiten gab es Elferalarm nach einem Tackling im Strafraum. Aber, Gratulation an den Schiedsrichter, es war der Ball gespielt.

Naja, das ging ja noch mal gut. Das hätte Gut und Gerne ins Auge gehen können. Das Positive war, es stand noch immer nur 0-1 und unser Spiel war weiterhin sehr ansehnlich und konstruktiv. So griff unsere Mannschaft zur so erfolgreichen Taktik der Vorwoche: mach ein Tor zum Halbzeitpfiff und ein zweites gleich nach Wiederbeginn! So knackst du jeden Gegner!

Der Ausgleich fiel zwei Minuten vor der Pause. Ein Gestocher im Strafraum und einen Abpraller vom Fünfer ins Tor genudelt. Nicht wirklich ein herausgespieltes Tor der Marke „Tor des Jahres“, aber es zählte genau so viel wie das Traumtor auf der anderen Seite. 1-1 zur Pause, das Spiel ausgeglichen, der Gegner angeschlagen, wir selbst im Stimmungshoch. Das Ziel der ersten Halbzeit war erfüllt.

Gleich vier Minuten nach der Pause folgte der zweite Streich. Schneller Angriff über die rechte Seite, perfekt zu Ende gespielt. 2-1, das Spiel gedreht, der Gegner hing in den Seilen, wir selbst auf Wolke sieben. Die gewünschten drei Punkte in Reichweite.

Was die nächsten 25 Minuten ablief war einfach phänomenal! Machte mich sprachlos. Unsere Viktorianer spielten den Tabellenführer an die Wand. Unsere Mannschaft zündete ein fußballerisches Feuerwerk. Es war ein wahres Vergnügen der Mannschaft zuzusehen. Eine kollektive Meisterleistung! Mit unserem überragenden 17-jährigen Youngster an der rechten Seite. Ein Versprechen für die Zukunft!

Mit spielerischer Leichtigkeit zog man auf 4-1 davon, Chance um Chance wurde erarbeitet. Nein, nicht erarbeitet, toll herausgespielt. Nach 75 Minuten hatte man Einsehen mit dem Gegner und nahm das Tempo aus dem Spiel. Die Hausherren kamen mit dem 4-2 Endstand noch zur Resultats Kosmetik. Trotz aller Euphorie möchte ich erwähnen, dass das zweite Gegentor nicht wirklich notwendig war. Ein Konzentrationsfehler in der Verteidigung. Hat zwar keinen Schaden angerichtet, kann aber bei knapperen Spielständen ins Auge gehen.

Ein toller Fußballabend ging höchst erfreulich zu Ende. Endlich wieder ein Sieg in der Fremde. Der Tabellenführer wurde entzaubert. Der Abstand zur Tabellenspitze beträgt überschaubare drei Punkte. Eine grandiose Leistung, besonders imponierend war die zweite Hälfte. Unsere Jungs zeigten ihr großartiges fußballerisches Potential. Ein Spiel, das Lust auf mehr macht. Eines, das einem an die Tabellenspitze denken lässt. An eine andere Liga im nächsten Jahr…

Beschwingt ging es mit dem Mannschaftsbus nach Hause Richtung Meidling. Am Viktoriaplatz konnte man noch lange die „Auswärtssieg“ Rufe vernehmen. Dank unserer heldenhaften Ritter!

Am kommenden Samstag wartet ein wichtiges Heimspiel auf unsere Viktorianer. Die Amateurmannschaft von Rapid wartet auf unsere Truppe. Eine schwere, aber lösbare Aufgabe. Mit einer Leistung ähnlich letzter Woche sollte es möglich sein, als Sieger vom Platz zu gehen. Wen wir dazu brauchen, sind unsere Fans. Kommt zahlreich auf den Viktoriaplatz um unsere Mannschaft anzufeuern. Dann kann es wieder ein rauschendes Fußballfest werden. Und das solltest auch DU nicht versäumen.

Bis bald, Gerhard

 

Gerhards Matchbericht SC Wiener Viktoria – FC Mauerwerk

Ein VIKTORIANER on Tour

 

Eine frühsommerliche Woche neigte sich dem Ende. Das mit Spannung erwartete Wochenende naht mit großen Schritten. Die Woche hatte doch einiges zu bieten. Sowohl sportlich als auch privat. Allem voran die tollen Leistungen unserer Eishockey Nationalmannschaft. Als Prügelknabe angereist, machten sie einigen Gegner das Leben schwer und konnten den mehrfachen Weltmeister Tschechien besiegen. Gestern wurde es nochmal knapp, aber die Mannschaft zeigte Charakter und schafften letztendlich souverän den Klassenerhalt. Eine Leistung, die für nächstes Jahr, Lust auf mehr macht. Gut gemacht!

 

Auch fußballerisch gab es mit dem Europaleague Finale einen Leckerbissen. Zwar war das Spiel nicht so hochklassig, wie die letzten Duelle in der CL, jedoch war es ein sehr kampfbetontes und spannendes Endspiel. Fasziniert hatten mich die Fangruppen beider Mannschaften. Ein Wahnsinn, was im Stadion und bei den Public Viewings in der Finalstadt Sevilla so abging. Unbeschreiblich die Euphorie und das korrekte und faire Verhalten der Fans. Und zu guter Letzt konnten wir uns auch noch über den Pokal Gewinn eines österreichischen Trainers freuen. Gut gemacht!

 

Die privaten Höhepunkte waren nicht so erfreulich. Mein Jüngster beglückte mich mit zwei Entscheidungsprüfungen für den Juni. Er zeigte sich zwar sehr überrascht darüber, meines Erachtens hat er sich die beiden Wissensüberprüfungen ehrlich verdient. Nicht die Prüfungen, sondern die drohenden Nicht Genügende oder wie die Mehrzahl auch immer heißt. Wenn man das ganze Jahr absolut nichts macht, kann nichts Anderes herauskommen. Auch Lehrer haben ihre Grenzen. Zwar hätte ich mich sehr darüber gefreut, wenn mein braves Erledigen der Hausübungen besser beurteilt worden wäre. Aber scheinbar zählen elterliche Hilfsdienste nicht so viel wie schülerisches Nichtstun. Also junger Mann: Leistung ist gefragt! Sonst kannst du dir erholsame Ferien abschminken.

 

Jetzt aber zum Wochenende. Die letzten Heimspiele unserer Frauen- und Herrenkampfmannschaft, sowie die Meisterfeier der Damen standen am Programm. Die Voraussetzungen konnten besser nicht sein. Die Herren befanden sich nach einer Durststrecke wieder im Aufwind und wollten meine angekündigte Sieggarantie zur Realität machen. Und bei den Frauen brauchte man sich sowieso während der ganzen Saison hin kaum Sorgen machen, ein Spiel zu verlieren.

 

Also auf zum Viktoriaplatz. Das Wetter war sehr angenehm und warm, die Sonne schien. Trotzdem hielt sich der Publikumsandrang in Grenzen. Leute, was ist los mit euch? Die Herren im Aufwind, die Frauen im Siegesrausch und ihr findet es nicht der Mühe wert, die Mannschaften entsprechend zu supporten. Das geht gar nicht. Das muß anders werden. Da haben wir noch sehr viel Luft nach oben! Nicht nur nörgeln, wenn es nicht gut läuft. Nörgeln dürfen nur diejenigen, die das ganze Jahr zu den Spielen kommen. Die, die mit der Mannschaft durch Dick und Dünn gehen. Liebe Leute, das muß im nächsten Jahr einfach besser bzw. noch besser werden.

 

Die positiven Ergebnisse der letzten Wochen waren unseren Burschen bereits beim Aufwärmen anzusehen. Und die SC Wiener Viktoria ließ von der ersten Minute weg keinen Zweifel aufkommen, wer dieses Spiel gewinnen würde. Sofort wurde das Kommando übernommen, spielerische Akzente gesetzt, der Gegner an die Wand gespielt. Das waren unsere Jungs, wie wir sie lieben: einsatzbereit, kämpferisch stark und technisch brillant. So kam es relativ schnell – nach einer viertel Stunde – zum verdienten Führungstreffer durch unsere Nummer 11.

 

Das Spiel lief weiter, wie auf einer schiefen Ebene. Unsere Mannschaft war nicht zu bremsen und so kam es wie es kommen musste. Schöne Aktion über die linke Seite, Ball kam in die Mitte und nach einer halben Stunde erhöhte unsere Nummer 9 mit dem Kopf auf 2-0. Das Spiel schien entschieden.

 

Das einzige, daß der Gegner nun entgegen setzen konnte, war eine überharte Gangart. Folge davon war das Ausscheiden unseres Spielmachers mit der Nummer 10. Die für dieses Foul obligatorische rote Karte wurde zum Erschrecken aller nicht gegeben. Alles Gute unserem Spieler, wir hoffen, daß er beim nächsten Spiel dabei sein kann.

 

Mit dem hochverdienten 2-0 ging es in die Kabine. Das Spiel ging nach der Pause unverändert weiter. Angriff um Angriff rollte auf das gegnerische Tor. Nur ein starker Tormann und zweimal Aluminium konnten einen klareren Sieg unserer stark aufspielenden Mannschaft verhindern. Unsere Verteidigung stand bei den wenigen gefährlichen Situationen goldrichtig, das Mittelfeld gab das Spiel nie aus der Hand und der Angriff sorgte für unzählige gefährliche Strafraumszenen. Eine tolle Mannschaftsleistung, die wir uns auch in manch anderem Spiel der Saison gewünscht hätten.

 

Und vor allem wurde die Sieggarantie erfüllt. Dafür danke ich der Mannschaft sehr. Vor 3 Wochen haben mich sicher viele von euch belächelt, als ich für die letzten 3 Spiele 9 Punkte angesagt habe. Mittlerweile ist es durchaus realistisch, dass die Mannschaft dies wirklich schafft. Ich bin jedenfalls felsenfest davon überzeugt.

Zur Belohnung für den tollen Sieg gab es für die Mannschaft von meinem Großen einen selbst gebackenen Gugelhupf, den er mit der Mama gebacken hatte. Jungs, ich hoffe er hat euch geschmeckt. Und herzlichen Dank, daß ihr so zahlreich zur Verkostung erschienen seid. Marcus hat sich wahnsinnig darüber gefreut.

 

Und obwohl unseren Männern so ein schöner Sieg gelungen war, kam das Beste erst zum Schluss: unsere Frauen Kampfmannschaft, unsere Meister!

Diese gaben sich auch im letzten Heimspiel keine Blöße, und mit einem keiner Zeit gefährdeten 3-0 Sieg ging es, bei nun stärkerem Besucherinteresse und ausgelassener Stimmung, zu den eigentlichen Höhepunkten des Tages: die Überreichung des Meistertellers und die Meisterfeier!

Die Stimmung war nun einfach großartig. Der Jubel kannte kaum noch Grenzen und bei bester Laune konnte die Mannschaft den Meisterteller in die Höhe stemmen! Gratulation!

Ein grandioser Moment, untermalt von bengalische Feuern und dem Queen Klassiker „We are the Champions“. Danach noch ein sehr, sehr emotionaler Moment: „You’ll Never Walk Alone“ hallte über unseren Platz. Die dabei zu spürende Freude, der Enthusiasmus und die Klänge der Musik ließen kaum ein Auge trocken. Es war eine prickelnde Atmosphäre und es ist einfach schön, ein Teil dieses Vereins zu sein, zu dieser „Familie“ – ja es ist eine Familie – dazu zu gehören. Es schreit dennoch nach mehr. Und schon wäre es, wenn diese Familie weiter wächst (Luft nach oben bestünde ja, wie zuvor geschrieben), und wir nächstes Jahr eine noch größere Feier erleben dürften: den Aufstieg in die Bundesliga!

Träumen darf man ja. Aber wir wollen nicht nur träumen. Wir wollen es erleben und wir wollen es leben!

 

Freue mich euch nächstes Wochenende zahlreich bei den Spielen unserer SC Wiener Viktoria zu sehen. Egal ob bei der Herren KM in Neusiedl, bei unseren Frauen, bei unserer 1b oder auch bei unserem Nachwuchs.

 

Bis dann!

Gerhard